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Mai bis September 2009
Der BDVR-Vorsitzende Dr. Heydemann leitete am 4. und 5. Juni 2009 den vom Verein Deutscher Verwaltungsgerichtstag und der Vereinigung hessischer Verwaltungsrichterinnen und Verwaltungsrichter
vorbereiteten 4. Kleinen Verwaltungsgerichtstag in Kassel. PrĂ€sident Reimers begrĂŒĂte die Besucher als Hausherr im gastgebenden Hessischen Verwaltungsgerichtshof. âDas deutsche öffentliche Recht als
Muster fĂŒr andere LĂ€nder?â war das erste Thema, zu dem auch Verwaltungsrichterinnen und Verwaltungsrichter aus Armenien und Georgien das Wort ergriffen. Am zweiten Tag beschĂ€ftigten sich die etwa 50 Teilnehmer
mit den âEinwirkungen des Europarechts auf die verwaltungsgerichtliche Praxisâ allgemein und an Beispielen aus dem AuslĂ€nder- und Umweltrecht. Es folgte im Rahmen einer Podiumsdiskussion ein Gedankenaustausch
mit Sozialrichterinnen und Sozialrichtern ĂŒber die Frage âSind Sozialrichter anders als Verwaltungsrichter?â Ein ausfĂŒhrlicher Bericht ĂŒber die Tagung findet sich in diesem Heft. Der Vorstand des BDVR und des
Vereins Deutscher Verwaltungsgerichtstag trat am 22. und 23. Juni 2009 zur Vorstandssitzung in Freiburg (Breisgau) zusammen. In enger Abstimmung mit dem OrtsÂausschuss am dortigen Verwaltungsgericht unter der
Leitung von PrĂ€sident Michaelis traf er Entscheidungen ĂŒber das Programm und organisatorische Details fĂŒr den 16. Verwaltungsgerichtstag vom 5. bis 7. Mai 2010. Die VerbandsaktivitĂ€ten im Sommer 2009
konzentrierten sich auf die weitere Vorbereitung des Freiburger Kongresses.
MĂ€rz/April 2009
Der Vorstand des BDVR und des Vereins Deutscher Verwaltungsgerichtstag trat am 2. und 3. MĂ€rz 2009 zur Vorstandssitzung in MĂŒnster (Westfalen) zusammen. Am Ort des Verwaltungsgerichtstags 2013 wurde er
herzlich empfangen vom PrĂ€sidenten des dortigen Verwaltungsgerichts Koopmann und den weiteren Mitgliedern des neu gegrĂŒndeten OrtsÂausschusses. Man besichtigte gemeinsam die Halle MĂŒnsterland und befand sie
einhellig als sehr geeignet. Der Vorstand setzte seine im Verwaltungsgericht begonnenen Besprechungen am zweiten Tag im Oberverwaltungsgericht fort, mit dessen PrĂ€sidenten Dr. Bertrams ausfĂŒhrlich die
rechtspolitische Lage erörtert wurde. Zu den internen BeratungsgegenstÀnden des Vorstands gehörten die Vorbereitung des Verwaltungsgerichtstags Freiburg 2010, Details des Kleinen Verwaltungsgerichtstags Kassel
2009 und das weitere Vorgehen auf dem Weg zu einer angemessenen Richterbesoldung. Verschiedene Gesetzesvorhaben wurden erörtert. Der Vorstand verabschiedete eine Stellungnahme zu dem Entwurf eines Gesetzes zur
Ănderung der Verwaltungsgerichtsordnung (BT-Drs. 16/1345). Er beschloss ferner, dem vom Bundesjustizministerium initiierten âBĂŒndnis fĂŒr das deutsche Rechtâ beizutreten, was der Vorsitzende Dr. Christoph
Heydemann mit schriftlicher ErklÀrung vom 14. April 2009 vollzog. Der StaatssekretÀr im Bundesjustizministerium Lutz Diwell wies auf die in diesem Zusammenhang neu geschaffene, allgemein zugÀngliche Datenbank hin
(www.inter-jus.de). Dr. Heydemann und der Berliner Landesvorsitzende Maresch stellten sich am 4. MĂ€rz 2009 den Fragen einer namibischen Delegation
von Abgeordneten, Rechtsprofessoren und Richtern zu den Aufgaben und Möglichkeiten von RichterverbĂ€nden. Dr. Heydemann vertrat den BDVR am 13. und 14. MĂ€rz 2009 auf dem Kongress von BĂŒndnis 90 / die GrĂŒnen mit
dem Thema âSechzig Jahre Grundgesetzâ. Der BDVR-Vorsitzende nahm am 1. April 2009 am BeteiligungsgesprĂ€ch der SpitzenverbĂ€nde im Bundesinnenministerium zum Entwurf des Versorgungsberichts der Bundesregierung
teil. Er reprÀsentierte den BDVR am 23. April 2009 auf dem Festakt zum hundertjÀhrigen Bestehen des Bundes Deutscher Rechtspfleger in Berlin und am Himmelfahrtstag auf dem Deutschen Anwaltstag in Braunschweig.
Oktober 2008 bis MĂ€rz 2009
Der BDVR Ă€uĂerte sich im Oktober 2008 mit Stellungnahmen zu einem bĂŒrgerfreundlichen Gerichtskostenrecht und zur erstinstanzlichen ZustĂ€ndigkeit des Bundesverwaltungsgerichts und im Februar 2009 zum
Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung von Verfahren im anwaltlichen und notariellen Berufsrecht, zur Errichtung einer Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft sowie zur Ănderung der Verwaltungsgerichtsordnung,
der Finanzgerichtsordnung und kostenrechtlicher Vorschriften (BT-Drs. 16/11385). Der Vorsitzende Dr. Heydemann vertrat den BDVR am 19. September 2008 beim Festakt zum 60jÀhrigen Bestehen des Deutschen
Juristinnenbundes. Er folgte einer Einladung des PrĂ€sidenten des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen Dr. Bertrams zur ChefprĂ€sidentenkonferenz in MĂŒnster am 10. Oktober 2008; Strategien zur StĂ€rkung
der Verwaltungsrechtspflege wurden erörtert. Am 12. November 2008 lud der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestags den BDVR-Vorsitzenden zu einem Empfang. Der Vorstand des BDVR und des Vereins Deutscher
Verwaltungsgerichtstag trat am 12. und 13. November 2008 in Berlin zusammen zur Vorbereitung der am 13. und 14. November 2008 stattfindenden Mitgliederversammlung. Nach der dort beschlossenen SatzungsÀnderung
heiĂen die Verwaltungsrichtertage zukĂŒnftig Verwaltungsgerichtstage. Die BDVR-VorstandsmitÂglieder wurden von den Landesdelegierten fĂŒr weitere zwei Jahre in ihren Ămtern bestĂ€tigt. Zu weiteren
BeratungsgegenstÀnden zÀhlten die Richterbesoldung, die Zusammenlegung von Gerichtszweigen, die VerselbstÀndigung der Justiz, richterliche Mitwirkungsrechte und die Arbeit von RichterverbÀnden auf europÀischer
Ebene. Der BDVR-Vorsitzende und seine Stellvertreter Hepp und Domgörgen fĂŒhrten am 18. November 2008 ein GesprĂ€ch mit Bundesjustizministerin Zypries ĂŒber eine angemessene Besoldung der Richterinnen und
Richter, die Rechtswegbereinigung im Verwaltungsrecht, die UntÀtigkeitsbeschwerde, die Zusammenlegung von Gerichtszweigen, die VerselbstÀndigung der Justiz und anderes. Dr. Heydemann hielt am 20. November
2008 eine Rede auf dem Festakt aus Anlass des 15-jÀhrigen Bestehens der Vereinigung der Verwaltungsrichterinnen und Verwaltungsrichter des Landes Brandenburg in Potsdam. Er besuchte den Festakt zum 100-jÀhrigen
Bestehen des DRB am 19. Januar 2009 und nahm am 20. Januar 2009 am Neujahrsempfang des Bundesjustizministeriums teil.
Der BDVR trauert um seinen frĂŒheren Vorsitzenden Paul Grus, der am 22. Januar 2009 verstarb.
Juni bis September 2008
Der Verband der Bayerischen Verwaltungsrichter feierte am 12. Juni 2008 sein fĂŒnfzigjĂ€hriges Bestehen mit einem Festakt in der MĂŒnchener Residenz. Der BDVR-Vorsitzende Dr. Heydemann ĂŒberbrachte die
GlĂŒckwĂŒnsche des Bundesverbandes (s. auch: GruĂwort des Vorsitzenden zum 50jĂ€hrigen Bestehen des
bayerischen Landesverbandes). Der Verein Deutscher Verwaltungsgerichtstag fĂŒhrte unter seiner Leitung am 12. und 13. Juni 2008 im Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eine Fortbildung zu den Themen
Selbstverwaltung der Justiz, Abschaffung des Widerspruchsverfahrens sowie Richterethik durch (Berichte zu beiden Veranstaltungen in diesem Heft; zwei der VortrĂ€ge zum Widerspruchsverfahren â von PrĂ€sident
HĂŒffer und Ministerialrat Dr. Schmitz, BMI â sind unter www.verwaltungsgerichtstag.de zu finden). Den bayerischen Kollegen gilt der Dank fĂŒr die perfekte Aufnahme der zahlreichen Teilnehmer. Herr Heydemann
Ă€uĂerte sich zur umstrittenen Abschaffung des Widerspruchsverfahrens in zwei Fernsehinterviews (fĂŒr das ZDF, gesendet Anfang Juli 2008, und die ARD, ausgestrahlt im September 2008). Er trug der fĂŒr die
Rechtspflege zustÀndigen Abteilungsleiterin im Bundesjustizministerium Graf-Schlicker am 18. Juni 2008 rechtspolitische Anliegen des Verbands vor. Die VorstÀnde des BDVR und des Vereins Deutscher
Verwaltungsgerichtstag traten am 30. Juni und 1. Juli 2008 im Oberverwaltungsgericht Greifswald zusammen und wurden empfangen von der PrÀsidentin Kohl und dem Landesvorsitzenden Böhmann. Zentraler Punkt der
Erörterungen im Vorstand waren die Ergebnisse der BDVR-Arbeitsgruppe Besoldung. Fast alle LandesverbĂ€nde hatten Besoldungsexperten entsandt. Der Vorstand bedachte die Arbeitsgruppe mit groĂem Lob. Das vorgelegte
Positionspapier wurde im Wesentlichen unverĂ€ndert beschlossen. Zu den weiteren BeratungsgegenstĂ€nden gehörten u.a. Fragen des GerichtsgebĂŒhrenrechts und die Planungen fĂŒr die Verwaltungsgerichtstage in Freiburg
und MĂŒnster. Im Anschluss an die Vorstandssitzung referierte Herr Heydemann vor der Mitgliederversammlung des mecklenburg-vorpommerischen Verbandes. Die folgenden Wochen dienten der Feinabstimmung des gemeinsamen
Vorgehens mit dem Deutschen Richterbund in der Frage der angemessenen Richterbesoldung. Dazu erschien ein Beitrag des BDVR-Vorsitzenden im Juli-Heft der Deutschen Richterzeitung. Das vom BDVR und DRB gemeinsam
getragene Positionspapier wurde im August 2008 an zahlreiche EntscheidungstrÀger verteilt und am 8. September 2008 offiziell an die zustÀndigen Abteilungsleiter im Bundesinnenministerium Lieven und
Bundesjustizministerium Graf-Schlicker ĂŒbergeben. In der zweiten AugusthĂ€lfte griffen mehrere Zeitungen und Medien unsere Forderungen auf.
Januar bis Mai 2008
Der Vorstand des BDVR und des Deutschen Verwaltungsgerichtstag e.V. traf sich am 3. und 4. MĂ€rz 2008 zur Vorstandssitzung in Saarlouis. Im Zentrum der Beratungen stand die Vorbereitung einer Stellungnahme zur Bereinigung des Systems der Rechtswegzuweisungen. Der BDVR hat diese Stellungnahme
im April 2008 herausgebracht. Erneut beschĂ€ftigte die Frage der Zusammenlegung der Verwaltungs- mit der Sozialgerichtsbarkeit den Vorstand; Anlass gab die Kontroverse darĂŒber in der Anhörung des Ausschusses fĂŒr
Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestags am 11. Februar 2008. Der Entwurf eines Gesetzes zur Intensivierung des Einsatzes von Videokonferenztechnik in gerichtlichen und staatsanwaltschaftlichen Verfahren wurde
ĂŒberprĂŒft. Der Vorstand bereitete im Ăbrigen u. a. den Kleinen Verwaltungsgerichtstag in MĂŒnchen am 12. und 13. Juni 2008 vor. Er fĂŒhrte mit dem PrĂ€sidenten des Oberverwaltungsgerichts des Saarlandes
Rubly ein rechtspolitisches HintergrundgesprĂ€ch. Die saarlĂ€ndischen Kolleginnen und Kollegen sorgten fĂŒr einen herzlichen Empfang und einen hervorragenden Rahmen der Tagung. Der BDVR-Vorsitzende Dr. Heydemann
fĂŒhrte im Deutschen Bundestag im Februar und April 2008 GesprĂ€che mit den Mitgliedern des Rechtsausschusses Dr. Gehb (CDU), Dr. Dressel (SPD) und Herrn Montag (BĂŒndnis 90 / Die GrĂŒnen); GegenstĂ€nde waren unter
anderem die Rechtswegbereinigung im Verwaltungsrecht, die UntĂ€tigkeitsbeschwerde, die WiedereinfĂŒhrung der GebĂŒhrenfreiheit bei KlagerĂŒcknahmen, die VerselbstĂ€ndigung der Justiz, der Bologna-Prozess in der
Juristenausbildung und die Richterbesoldung. Frau Krieger (MĂŒnchen) nahm die Belange der Verwaltungsgerichtsbarkeit in der Programmkonferenz der Deutschen Richterakademie vom 31. MĂ€rz bis zum 2. April 2008 wahr.
Dr. Heydemann vertrat den BDVR auf dem 59. Deutschen Anwaltstag Anfang Mai 2008. Die im Vorjahr gegrĂŒndete Arbeitsgruppe Besoldung des BDVR tagte am 12. und 12. April 2008 unter der Leitung des Vorstandsmitglieds
Kramer (Bremen) in Koblenz. Die ausgearbeitete umfangreiche Untersuchung und Beschlussempfehlung der Arbeitsgruppe wird den BDVR-Vorstand auf seiner nÀchsten Vorstandssitzung in Greifswald beschÀftigen.
Oktober - Dezember 2007
Die Mitgliederversammlung des BDVR und des eingetragenen Vereins Deutscher Verwaltungsgerichtstag fand am 22. und 23. November 2007 in Berlin statt. Die Kassenwartin Stengelhofen berichtete ĂŒber die
Kassenlage im BDVR und im e.V. Der Bericht der - in ihren Ămtern bestĂ€tigten - KassenprĂŒfer Kappes-Olzien und Stamm (Koblenz) wurde verlesen. Ihnen beiden sei an dieser Stelle gedankt. Die Kassenwartin wie auch
die VorstĂ€nde wurden von der Mitgliederversammlung entlastet. Die Mitglieder beschlossen eine vom BDVR-Vorstand vorbereitete Resolution ĂŒber die Alimentation kinderreicher Familien. Der Vorstand empfahl, den
Beschluss des höchsten Verbandsorgans als Argument jedenfalls in denjenigen LÀndern zu verwenden, die bislang die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts nicht umgesetzt hÀtten. Der Beschluss bringe eine
rechtspolitische Forderung zum Ausdruck, die auch in anderen LĂ€ndern Bedeutung hĂ€tte: Die Besoldungsgesetzgeber sollten sich ĂŒberlegen, was ihnen die Alimentation der Richter- und Beamtenfamilien wert sei. Der
vom Bundesverfassungsgericht am Sozialhilfesatz orientierte Zuschlag fĂŒr dritte und weitere Kinder markiere lediglich die verfassungsrechtliche Untergrenze. Die Mitgliederversammlung befasste sich mit der
eingesetzten Arbeitsgruppe zur Richterbesoldung. Deren Vorsitzender Kramer (Bremen) dankte fĂŒr die rege Mitwirkung der Arbeitsgruppenmitglieder aus den aktiv beteiligten LĂ€ndern und gab einen Zwischenstand der
bisherigen Arbeitsergebnisse. Im FrĂŒhjahr sollen die ErtrĂ€ge nach einer Arbeitsgruppensitzung in Koblenz in einer Studie prĂ€sentiert werden. In den nach drei Jahren satzungsgemĂ€Ăen Neuwahlen zum Vorstand des eingetragenen Vereins wurden die bisherigen Mitglieder bestĂ€tigt. Neu gewĂ€hlt wurde das bereits zum BDVR-Vorstand gehörende Vorstandsmitglied Johann Oswald (MĂŒnchen). Der Vorsitzende dankte dem nun aus beiden Vorstanden ausgeschiedenen Mitglied Jutta Krieger (MĂŒnchen) fĂŒr die langjĂ€hrige TĂ€tigkeit.
Frau Krieger, die an der Sitzung nicht teilnehmen konnte, hatte zugesagt, den Verein weiter im Beirat der Deutschen Richterakademie zu vertreten. Das fand die Billigung der Mitgliederversammlung, die
anschlieĂend die Programmgestaltung der Richterakademie, zum Teil kontrovers, debattierte. Eine von einigen begrĂŒĂte Ăberlegung ging dahin, sich mit Fragen der Richtermitbestimmung (PrĂ€sidium, PrĂ€sidialrat,
Richterrat etc.) auf einer Tagung zu befassen. GröĂeren Raum nahm die Aussprache ĂŒber den Verwaltungsrichtertag Weimar 2007 ein. Nach einem Abschlussbericht von Herrn Lenhart (Weimar), dem der Vorstand schon
bei anderer Gelegenheit fĂŒr sein Engagement mit einem Buchgeschenk gedankt hatte, Ă€uĂerten die Mitglieder viel Lob, aber auch Anregungen zu einer Abwandlung des nĂ€chsten Verwaltungsrichtertags. Mehrere
Delegierte erhofften sich eine stĂ€rkere Einbeziehung von RechtsanwĂ€lten und Beamten durch eine Umbenennung in âVerwaltungsgerichtstagâ. Ein Beschluss ĂŒber die Namensgebung, fĂŒr die auch der Begriff
âVerwaltungsrechtstagâ in die Diskussion kam, wurde noch nicht gefĂ€llt. Einige rieten zur Mitwirkung der Rechtsanwaltschaft bei der Vorbereitung eines Arbeitskreises. Andere wĂŒnschten sich den Auftritt eines
von Tagung zu Tagung wechselnden europĂ€ischen Partnerstaats. Der Vorstand konnte in der Versammlung berichten, dass sich nach ersten GesprĂ€chen im baden-wĂŒrttembergischen Justizministerium eine erfreuliche
Förderung der Freiburger Tagung 2010 zeichne. Der Vorschlag des nordrhein-westfĂ€lischen Landesvorsitzenden Ostermann (Minden), den folgenden GroĂkongress im Jahr 2013 in MĂŒnster (Westfalen) durchzufĂŒhren,
wurde einstimmig angenommen. Der Vorsitzende berichtete ĂŒber den Stand der Vorbereitungen des âkleinen Verwaltungsrichtertagesâ am 12. und 13. Juni 2008 in MĂŒnchen. Der Europabeauftragte Dr. Werner
Heermann (WĂŒrzburg) referierte die AktivitĂ€ten der Vereinigung europĂ€ischer Verwaltungsrichter. Die Mitgliederversammlung diskutierte ĂŒber die in den LĂ€ndern unterschiedliche Umsetzung der Ergebnisse aus
der Pebbsy-Studie. Die am 22. November 2007 im Verwaltungsgericht Berlin mit der BegrĂŒĂung durch die PrĂ€sidentin Xalter begonnene Mitgliederversammlung wurde am folgenden Morgen im Haus des Deutschen
Richterbundes in Berlin-Mitte fortgesetzt. Nach dem Abschluss der Beratungen referierte der DRB-Vorsitzende Frank vor der Mitgliederversammlung ĂŒber die Anforderungen an eine effektive Interessenvertretung von
Richtern, schilderte die Arbeit seines Verbandes, plĂ€dierte fĂŒr eine stĂ€rkere Zusammenarbeit von BDVR und DRB und stellte das im Jahr 2007 beschlossene Modell des DRB zur Selbstverwaltung der Justiz vor.
Die schriftliche Kritik des BDVR-Vorsitzenden an der Art und Weise der Gesetzgebung zur Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der EuropÀischen Union (siehe BDVR-Rundschreiben 2007, s. 141)
veranlasste das Bundesinnenministerium zu der Antwort vom 27. November 2007, den BDVR in Zukunft im Rahmen der VerbĂ€ndebeteiligung zu berĂŒcksichtigen. Der Vorsitzende Dr. Heydemann fĂŒhrte auf dem Dezemberempfang
des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages und auf dem Neujahrsempfang des Bundesjustizministeriums GesprÀche mit Politikern, Spitzenbeamten, Richterverbandsvertretern und Journalisten zu rechtspolitischen
Themen.
Mai bis Oktober 2007
Auf den 15. Verwaltungsrichtertag vom 9. bis 11. Mai 2007 in Weimar, ĂŒber den gesondert berichtet wurde, folgte die feierliche Verabschiedung des PrĂ€sidenten des Bundesverwaltungsgerichts Dr. Hien am 31.
Mai 2007; zugleich fand die AmtseinfĂŒhrung der neuen PrĂ€sidentin Eckertz-Höfer, der ersten Frau in diesem Amte, und des VizeprĂ€sidenten Hund statt. Herr Hund ist dem BDVR durch seine frĂŒhere TĂ€tigkeit als
Verbandsvorsitzender besonders verbunden. Vom Festakt in Leipzig reiste der BDVR-Vorsitzende Dr. Heydemann nach Wien zur Jahrestagung der Vereinigung europĂ€ischer Verwaltungsrichter â VEV â, die vom 1. bis 3.
Juni 2007 wĂ€hrte. Die Tagung unter Leitung des im Vorjahr gewĂ€hlten Vorsitzenden Dr. Zens fand in dessen âHeimatgerichtâ, dem Verwaltungsgerichtshof in Wien statt. Die Vereinigung hat erneut Zuwachs erhalten,
insbesondere aus Osteuropa, befindet sich allerdings weiterhin in der Phase der Konsolidierung und Orientierung. Der Europa-Beauftragte des BDVR Dr. Heermann ist Mitglied im Vorstand der VEV. Der BDVR-Vorsitzende
hielt auf Einladung des neu ernannten PrĂ€sidenten des SĂ€chsischen Oberverwaltungsgerichts KĂŒnzler am 18. Juni 2007 in Bautzen einen Vortrag ĂŒber âQualitĂ€tsstrategien in der Verwaltungsgerichtsbarkeitâ
(BDVR-Rundschreiben S. 113 ff.). Bereits im Mai 2007 hatte der BDVR Stellung zum Entwurf der neuen Beihilfeverordnung des Bundesinnenministers genommen (abgedruckt auf S. 79 f. des BDVR-RundÂschreiÂbens;
Antwortschreiben des BMI-StaatssekretÀrs Hahlen auf S. 106). Frau Krieger (Vorstandsmitglied des Deutscher Verwaltungsgerichtstag e.V.) vertrat die Interessen der Verwaltungsrichter auf der Programmtagung der
Richterakademie am 14. und 15. Mai 2007 in Berlin. Die Arbeitsgruppe Besoldung des BDVR nahm mit Beauftragten der MitgliedsverbĂ€nde ihre Arbeit auf; sie wurde gegrĂŒndet, um Material zu sammeln und Wissen
anzuhĂ€ufen, um den MitgliedsverbĂ€nden schnelle und qualifizierte Stellungnahmen zu Besoldungs- und VersorgungsgesetzentwĂŒrfen der LĂ€nder zu erleichtern.
Das Ende des politischen Sommers markierte der Richter- und Staatsanwaltstag des Deutschen Richterbundes vom 17. bis 19. September 2007 in WĂŒrzburg, auf dem am ersten Tag aus dem BDVR-Vorstand Dr.
Heydemann und VizeprĂ€sident Michel zugegen waren. Der Arbeitskreis ĂŒber die vom DRB erneut propagierte Selbstverwaltung der Justiz erfĂŒllte angesichts abschweifender Referenten nicht die hochgesteckten
Erwartungen. Im selben Monat nahm der BDVR auf Anfrage der Justizpolitischen Sprecherin der FDP im Bundestag Dyckmans Stellung zu Rechtswegregelungen im Vergaberecht.
Am 24. und 25. September 2007 kam es im Verwaltungsgericht Dessau zur ersten Vorstandssitzung seit dem Verwaltungsrichtertag. Der PrÀsident des in Abwicklung befindlichen Verwaltungsgerichts und
Vorsitzende des Verbandes der Verwaltungsrichterinnen und Verwaltungsrichter in Sachsen-Anhalt Engels sorgte fĂŒr einen herzlichen Empfang. Auch der VizeprĂ€sident des Oberverwaltungsgerichts Magdeburg Stubben gab
dem Vorstand die Ehre. Schwerpunkt der Beratungen des Vorstands war â im Beisein des ThĂŒringer Organisators Lenhart sowie des Vorsitzenden des Ortsausschusses Freiburg 2010, VerwaltungsgerichtsprĂ€sident
Michaelis â die Schlussbilanzierung des Weimarer Verwaltungsrichtertags in programmatischer und finanzieller Hinsicht. Daneben wurden u. a. Fragen der Besoldung, der Rechtswegbereinigung und der Abschaffung des
Widerspruchsverfahrens erörtert. Am Abend fand ein Meinungsaustausch des Vorstands mit dem sachsen-anhaltinischen JustizstaatssekretĂ€r Lischka statt. Im Oktober 2007 fĂŒhrte der BDVR-Vorsitzende mehrere GesprĂ€che
im Bundesjustiz- und Bundesinnenministerium. Themen waren wiederum Rechtsweg- und Vorverfahrensfragen sowie die schwelende Diskussion ĂŒber die EinfĂŒhrung einer UntĂ€tigkeitsbeschwerde; dabei ĂŒbermittelte der
Vorsitzende auch die unter Verwaltungsrichtern verbreitete Kritik an der EinfĂŒhrung des Gesetzes zur Umsetzung von EU-Richtlinien im AuslĂ€nder- und Asylrecht, das ohne Ăbergang in Kraft gesetzt wurde sowie
Ungereimtheiten im Asylrechtsmittelrecht aufweist. Das Vorstandsmitglied MĂŒller-Fritzsche reprĂ€sentierte den BDVR am 15. Oktober 2007 in Oldenburg auf der feierlichen Verabschiedung des frĂŒheren
BDVR-Vorsitzenden und VerwaltungsgerichtsprĂ€sidenten Dr. Hanisch in den Ruhestand und bei der AmtseinfĂŒhrung seines Nachfolgers Streichsbier. Am 31. Oktober 2007 besuchte Herr Michaelis, begleitet vom Ersten
Stellvertretenden Vorsitzenden des BDVR / Deutscher Verwaltungsgerichtstag e.V. Hepp und Vorstandsmitglied Vondung, den Ministerialdirektor im Stuttgarter Justizministerium Steindorfner. Dieser lobte den Weimarer
Verwaltungsrichtertag als ĂŒberaus gelungen und stellte im Rahmen seiner Möglichkeiten umfangreiche Hilfen fĂŒr die Freiburger Tagung in Aussicht.
Sitzung am 19./20. 3. 2007
Der BDVR-Vorsitzende Dr. Christoph Heydemann wurde im Januar und Februar 2007 von mehreren Mitgliedern des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages zu GesprÀchen empfangen, von dessen Vorsitzenden
Andreas Schmidt (CDU), vom Obmann der SPD Joachim StĂŒnker und von Wolfgang Neskovic (DIE LINKE). Der Abgeordnete StĂŒnker teilte mit, dass der Entwurf des Bundesjustizministeriums zur UntĂ€tigkeitsbeschwerde nach
Ăberzeugung der Rechtspolitiker der Koalition keine Chance auf Verwirklichung hĂ€tte. Die Bundestagsabgeordneten rĂ€umten auch einer Vereinheitlichung der Prozessordnungen nur geringe Erfolgsaussicht ein.
Dr. Heydemann nahm am Neujahrsempfang der Bundesjustizministerin am 29. Januar 2007 teil. Festredner war Professor Dr. Dieter Grimm, der sich gegen die Aufnahme weiterer Staatsziele (Kultur, Sport) aussprach
und fĂŒr eine EindĂ€mmung der prinzipiell ausufernden EU-Kompetenzen eintrat. Gemeinsam mit einem Vertreter des Deutschen Richterbundes warb der BDVR-Vorsitzende am 23. Februar 2007 beim Abteilungsleiter im
Bundesinnenministerium Ministerialdirektor MĂŒller fĂŒr eine angemessene Besoldung der Richter. Anlass war der Entwurf eines DienstrechtsneuordnungsÂgesetzes mit einem fĂŒr Bundesbedienstete konzipierten
Bundesbesoldungsgesetz. Der BDVR unterstĂŒtzte den DRB bei der Abfassung einer ausfĂŒhrlichen Stellungnahme zum Gesetzentwurf. Dr. Heydemann war Gast auf der JubilĂ€umsfeier der Neuen Richtervereinigung zum
zwanzigjĂ€hrigen Bestehen am 2. MĂ€rz 2007 in Erkner bei Berlin. Der Ortsausschuss des 15. Verwaltungsrichtertages in Weimar mit seinem GeschĂ€ftsfĂŒhrer, dem Vorsitzenden Richter am Verwaltungsgericht Thomas
Lenhart, traf in Abstimmung mit dem Vorstand weitere Vorbereitungen fĂŒr die Tagung vom 9. bis 11. Mai 2007. Jutta Krieger (MĂŒnchen), Mitglied im Vorstand des Deutschen Verwaltungsgerichtstag e.V., nahm vom 12. bis
14. MĂ€rz 2007 an der Programmkonferenz der Richterakademie in Berlin teil. Dr. Heydemann vertrat den BDVR am 14. MĂ€rz 2007 als Mitglied des Beirats beim Bundesministerium des Innern zur VersorgungsrĂŒcklage
und â neu gegrĂŒndet und mit dem alten Beirat vereinigt â zum Versorgungsfonds des Bundes. Er fĂŒhrte am 16. MĂ€rz 2007 ein GesprĂ€ch mit dem beamteten StaatssekretĂ€r Lutz Diwell im
Bundesjustizministerium. Ein Schwerpunkt war wiederum die Richterbesoldung. Der StaatssekretÀr teilte mit, dass die Kritik des BDVR am Entwurf des PKH-Begrenzungsgesetzes berechtigt gewesen sei und die
Ănderungsanregung beherzigt werde. Der Vorstand des BDVR â der sich in neuer Zusammensetzung konstituierte â und des Deutschen Verwaltungsgerichtstag e.V. tagte am 19. und 20. MĂ€rz 2007 in Koblenz. Zu den
Themen gehörten die QualitĂ€tsdiskussion in der Justiz und die Medienarbeit fĂŒr den Verwaltungsrichtertag. Der Vorstand zog eine Zwischenbilanz der Debatte in den LandesverbĂ€nden ĂŒber die Essentialia der
Verwaltungsgerichtsordnung und beschloss eine intensivere Befassung mit Fragen der Richterbesoldung. Er fĂŒhrte mit dem PrĂ€sidenten des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz, Professor Dr. Karl-Friedrich Meyer,
ein GesprĂ€ch u. a. ĂŒber rechtspolitische Strategien.
Sitzungen am 26./27. 9. 2006 und am 27. 11. 2006
Der BDVR-Vorsitzende Dr. Christoph Heydemann tauschte sich mit der GeschĂ€ftsfĂŒhrerin und dem Leiter der Abteilung âGrundsatzfragenâ des Deutschen Beamtenbundes am 12. September 2006 ĂŒber Fragen der
Besoldung und der dienstrechtlichen Strukturreformen aus und erörterte die Möglichkeiten der BerufsverbÀnde, gegen Verschlechterungen vorzugehen. Er vertrat den Verband im September 2006 auf dem Deutschen
Juristentag in Stuttgart. Dessen Abteilung Justiz behandelte kontrovers die âGute Rechtsprechung â Ressourcengarantie und LeistungsÂverpflichÂtung (UnabhĂ€ngigkeit der Dritten Gewalt; funktionsgerechte
Ausstattung)â. Die Abstimmungsergebnisse sind unter www.djt.de zu finden.
Der Vorstand des BDVR und des Deutschen Verwaltungsgerichtstag e.V. traf sich am 26. und 27. September 2006 in Weimar. Die zahlreichen Reaktionen auf die Stellungnahme des Verbandes âKein Sonderopfer der Familien von Richtern und Beamtenâ waren ein Gegenstand der Erörterung. Weiter bereitete der Vorstand eine Stellungnahme zum Entwurf eines PKH-Begrenzungsgesetzes vor, die seit Dezember 2006 vorliegt. Er diskutierte unter anderem eine Verbesserung der Pressearbeit und die Auswirkungen des Bologna-Prozesses auf die einheitliche Juristenausbildung. Im Mittelpunkt stand die Vorbereitung des VerwaltungsrichterÂtages in Weimar. Der Ortsausschuss mit seinem Leiter, dem OVG-PrĂ€sidenten Dr. Schwan, sowie Mitarbeiter der Kongressagentur Conventus informierten den Vorstand und stimmten sich mit ihm ab.
Der Vorsitzende referierte auf Einladung des Verbandes der niedersĂ€chsischen Verwaltungsrichterinnen und Verwaltungsrichter am 7. November 2006 in Barsinghausen am FuĂe des Deisters auf einer Tagung ĂŒber
âSelbstverstĂ€ndnis und AuĂenwirkung des Verbandesâ zu den Aufgaben und Möglichkeiten von RichterverbĂ€nden auf Bundesebene.
Eine weitere Vorstandssitzung am 27. November 2006 in Berlin befasste sich mit einer Initiative deutscher Richterinnen und Richter, Anforderungen der richterlichen Ethik auszuarbeiten. Weiter wurde mit dem
Europabeauftragten des BDVR, Dr. Heermann (WĂŒrzburg), das Zusammenwirken mit der Vereinigung europĂ€ischer Verwaltungsrichter (VEV) besprochen. Der Vorstand traf mehrere Festlegungen zum Verwaltungsrichtertag.
Er bereitete auch die Mitgliederversammlung des BDVR und des Deutschen Verwaltungsgerichtstag e.V. vor. Sie begann am 28. November 2006 im Bundesministerium der Justiz, wo die MinisterialrÀtin Dr.
SteinbeiĂ-Winkelmann ĂŒber verschiedene Gesetzgebungsprojekte (Zweites Justizmodernisierungsgesetz, Zusammenlegung der Verwaltungs- und Sozialgerichtsbarkeit, Vereinheitlichung der Prozessordnungen,
UntĂ€tigkeitsbeschwerdegesetz, Umweltrechtsbehelfsgesetz, Ănderungen des § 48 VwGO, des BauGB und des SGG) berichtete, deren Inhalte und Verwirklichungschancen beurteilte und sich der Diskussion stellte. Es folgte
eine FĂŒhrung durch das Ministerium. Die MitgliederÂversammlung verhandelte anschlieĂend und am folgenden Tag, dann im Plenarsaal des Verwaltungsgerichts Berlin, unter anderem Fragen der Besoldung, der
Zusammenarbeit des Bundesverbandes mit den Landesvereinen sowie der Verwaltungsrichtervereine mit anderen RichterverbĂ€nden. Dr. Heermann informierte die Delegierten ĂŒber die VEV. Der Vorsitzende Richter am
Verwaltungsgericht Lenhart, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Ortsausschusses Weimar, setzte die Anwesenden ĂŒber den Stand der Vorbereitungen des Verwaltungsrichtertages ins Bild. Die Kassenwartin Stengelhofen (Koblenz)
schilderte die Finanzlage des BDVR und des Deutschen VerwaltungsÂgerichtstag e.V. und wurde nach der Verlesung des Berichts der KassenprĂŒfer entlastet. Entlastet wurde auch der bisherige BDVR-Vorstand.
AnschlieĂend wĂ€hlten die Delegierten fĂŒr die Zeit von zwei Jahren die erneut kandidierenden BDVR-Vorstandsmitglieder Dr. Christoph Heydemann aus Berlin (Vorsitzender), Rainer Hepp aus Darmstadt (Erster
Stellvertreter), Dr. Martin FleuĂ aus DĂŒsseldorf (auch SchriftfĂŒhrer), Thomas Michel aus Meiningen und Dr. Rolf Vondung aus Mannheim sowie die erstmals sich der Wahl stellenden Ulf Domgörgen vom
Bundesverwaltungsgericht (Zweiter Stellvertreter des Vorsitzenden), Erich MĂŒller-Fritzsche aus Braunschweig und Johann Oswald aus MĂŒnchen. Die Abgesandten bestellten Heidi Stengelhofen erneut zur Kassenwartin. Der
Vorsitzende bedankte sich bei den ausscheidenden BDVR-Vorstandsmitgliedern Jutta Krieger aus MĂŒnchen und Dr. Otto Mallmann vom Bundesverwaltungsgericht. Der ebenfalls ausscheidende Wulf Sonnemann aus Niedersachsen
war verhindert teilzunehmen. Die drei Ausgeschiedenen erhielten als Anerkennung fĂŒr die geleistete Arbeit BildbĂ€nde ĂŒber das Reichskammergericht, das zweihundert Jahre zuvor seine TĂ€tigkeit eingestellt hatte.
Der Vorstand des Deutschen Verwaltungsgerichtstag e.V., dem Frau Krieger weiter angehört, wird alle drei Jahre, erneut zum Jahreswechsel 2007/08 gewĂ€hlt. Die Mitgliederversammlung beschloss eine Ănderung von §
16 Satz 3 der Satzung des eingetragenen Vereins, um einem - nach Jahren ohne Beanstandung ĂŒberraschend - vorgebrachten Bedenken des Finanzamts im Hinblick auf die Erfordernisse der GemeinnĂŒtzigkeit zu entsprechen.
Sitzung am 12./13. 7. 2006
Der Verein Deutscher Verwaltungsgerichtstag veranstaltete â organisiert durch den Vorsitzenden Dr. Christoph Heydemann sowie Prof. Dr. Ulrich Ramsauer - die Fortbildungstagung âDie Rolle der
Verwaltungsrichterâ am 11. und 12. Mai 2006 in Hamburg, die guten Zuspruch fand. Dr. Heydemann vertrat den BDVR vom 19. bis 21. Mai 2006 auf der Mitgliederversammlung der Vereinigung europĂ€ischer
Verwaltungsrichter in Budapest. Der bisherige Vorsitzende der VEV, Pierre Vincent (Nancy), durfte aus SatzungsgrĂŒnden nicht wiedergewĂ€hlt werden. Zum Nachfolger wurde Dr. Heinrich Zens (Wien) bestimmt. Der BDVR
wird im europĂ€ischen Vorstand durch den VizeprĂ€sidenten des Verwaltungsgerichts WĂŒrzburg, Dr. Werner Heermann, reprĂ€sentiert. Er schlieĂt fĂŒr Deutschland eine LĂŒcke in der maĂgeblich vom BDVR initiierten
europĂ€ischen Vereinigung, die kurz vor der letzten Wahl durch den unvermittelten RĂŒckzug des deutschen Kandidaten gerissen wurde. Herr Vincent konnte von einem Treffen mit dem VizeprĂ€sidenten der EuropĂ€ischen
Union, Franco Frattini berichten, das allerdings an der generell schwierigen Kontaktpflege mit den BrĂŒsseler Stellen wenig geĂ€ndert habe. Intensiver seien die Beziehungen zum Europarat in StraĂburg. Der neue
Vorstand will sich verstĂ€rkt um die osteuropĂ€ische Erweiterung kĂŒmmern. Die Mitgliederversammlung der VEV gedachte mit einer Schweigeminute des kurz zuvor wegen seiner Urteilspraxis ermordeten tĂŒrkischen
Verwaltungsrichters und seiner schwer verletzten Kollegen im Obersten Verwaltungsgericht in Ankara. Sie beschloss SatzungsÀnderungen. Eine Eintragung ins Vereinsregister in Trier wird vorbereitet. Kassenwart Dr.
Ralf Höhne (MĂŒnster) legte die Abschlussrechnung fĂŒr das Jahr 2005 mit Einnahmen von 9.941,59 Euro und Ausgaben von 7.137,06 Euro vor. Der BDVR-Vorsitzende fĂŒhrte GesprĂ€che mit Mechthild Dyckmans (Mitglied
des Bundestags, justizpolitische Sprecherin der FDP und vor ihrer Wahl Richterin am Hessischen Verwaltungsgerichtshof) und mit dem Deutschen Beamtenbund. Er nahm am 22. Juni 2006 an einem BeteiligungsgesprÀch der
Spitzenorganisationen gemÀà § 94 BBG im Bundesministerium des Innern teil. Gegenstand waren eine Ănderung der Bestimmungen ĂŒber die VersorgungsrĂŒcklage des Bundes sowie die EinfĂŒhrung eines Versorgungsfonds.
Mit dieser Neuregelung sollen fĂŒr die vom nĂ€chsten Jahr an in den Bundesdienst eintretenden Beamten und Richter die zukĂŒnftigen Pensionslasten sowie die an PensionĂ€re zu zahlenden Beihilfen in einem
versicherungsmathematisch berechneten Sonderetat angespart werden. Die VorstÀnde des BDVR und des Deutschen Verwaltungsgerichtstag e.V. traten am 12. und 13. Juli 2006 zusammen, auf Einladung des PrÀsidenten
Dr. Hansjochen DĂŒrr im Verwaltungsgericht Karlsruhe. Dem langjĂ€hrigen Vorstandskollegen wurde alles Gute fĂŒr den herannahenden Ruhestand gewĂŒnscht. Zu den BeratungsgegenstĂ€nden gehörten u.a. eine Stellungnahme
gegen die Verschlechterung der Besoldung und Beihilfe fĂŒr Richterfamilien mit studierenden Kindern (abgedruckt in diesem Heft) und das Programm des Verwaltungsrichtertags in Weimar 2007. Am Rande der Sitzung
fĂŒhrte der Vorstand ein GesprĂ€ch mit dem Richter des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Michael Eichberger. Das Inkrafttreten der Föderalismusreform am 1. September 2006 wird nicht nur deutliche Ănderungen
der Besoldung und Versorgung der Richter nach sich ziehen, die Grundgesetzreform Àndert mittelbar auch die Aufgabenverteilung zwischen dem Bund deutscher Verwaltungsrichter und Verwaltungsrichterinnen einerseits
und den Verwaltungsrichtervereinen in den LĂ€ndern und beim Bundesverwaltungsgericht andererseits. Nach § 5 Abs. 1 der BDVR-Satzung entspricht die Kompetenzabgrenzung âsinngemÀà der ZustĂ€ndigkeitsverteilung,
die das Grundgesetz zwischen Bund und LĂ€ndern vornimmt.â
Sitzung am 10./11.04.2006
Der BDVR fĂŒhrte GesprĂ€che im Bundesjustizministerium. Ein Schwerpunkt war der Gesetzentwurf zur UntĂ€tigkeitsbeschwerde, der weit gediehen sei. Eine Regelung sei nach einer Entscheidung des EuropĂ€ischen
Gerichtshofs fĂŒr Menschenrechte (Fall Kudlu) wohl unvermeidlich, die Schadensersatzvariante gelte als untunlich. Von Seiten des Ministeriums wurde dafĂŒr geworben, eine Vornahmeverurteilung wegen UntĂ€tigkeit nicht
stets âpersönlichâ zu nehmen; sie mĂŒsse auch erfolgen, wenn die einzelne Streitsache wegen Ăberlastung mit noch Ă€lteren Verfahren unbearbeitet liegen bleibe, den zustĂ€ndigen Richtern also kein Vorwurf zu
machen sei. Der BDVR-Vorsitzende Dr. Heydemann wies auf Probleme hin, die sich aus UntÀtigkeitsverfahren im Gerichtsalltag ergeben könnten. Ein anderer GesprÀchsgegenstand war das Planungsbeschleunigungsgesetz;
dem Vernehmen nach ist die von der Bundesregierung angestrebte Ausdehnung der erstinstanzlichen ZustÀndigkeit des Bundesverwaltungsgerichts nahezu beschlossene Sache, nachdem ein anderslautender Entwurf des Landes
Hessen im Bundesrat abgeÀndert wurde. Die Warnungen der PrÀsidenten des Bundesverwaltungsgerichts, der Oberverwaltungsgerichte und Verwaltungsgerichtshöfe wie auch die des BDVR bleiben offenbar unbeachtet. Eher
gering werden von den Experten die Chancen fĂŒr eine Zusammenlegung von Gerichtsbarkeiten des öffentlichen Rechts gesehen; zu wenig beachtet werde in der Diskussion, dass die LĂ€nder â wenn ĂŒberhaupt â eher
eine Fusion auf der Basis von LÀnderöffnungsklauseln anstrebten, wÀhrend Bundesjustizministerin Zypries eine bundeseinheitliche Fusionsregelung bevorzuge. Schon die Angleichung der Prozessordnungen mit einem
Allgemeinen Buch und Besonderen Teilen, ein dem Bundesjustizministerium gefallendes Projekt, stöĂt im Haus von Minister MĂŒntefering auf wenig Gegenliebe, weil sich insoweit ein Streit mit den strikt ablehnenden
Gewerkschaften nicht lohne. Immerhin werden Synopsen aller Prozessgesetze erstellt, die zum Teil kaum erklÀrliche Abweichung von Details nachwiesen. Als kaum zu verwirklichen wird auch der Wunsch eingeschÀtzt, die
anderen Gerichten zugewiesenen öffentlich-rechtlichen ZustĂ€ndigkeiten fĂŒr die Verwaltungsgerichtsbarkeit zu gewinnen. Fast wahrscheinlicher seien weitere abdrĂ€ngende Sonderzuweisungen. Der BDVR-Vorsitzende
sprach auf Einladung der Landesvorsitzenden Frau Kaiser auf der Mitgliederversammlung der niedersÀchsischen Verwaltungsrichterinnen und Verwaltungsrichter am 27. MÀrz 2006 in Hannover. Die niedersÀchsische
Justizministerin Heister-Neumann hielt die Hauptrede. In der Aussprache beklagten sich viele Kolleginnen und Kollegen ĂŒber die Abschaffung des Vorverfahrens in ihrem Bundesland und deren Auswirkungen
auf die Verwaltungsgerichtsbarkeit. Vorstandsmitglied Frau Krieger wirkte fĂŒr den BDVR an der Programmkonferenz der Deutschen Richterakademie mit. Die VorstĂ€nde des BDVR und des Deutschen
Verwaltungsgerichtstag e.V. traten am 10. und 11. April 2006 in WĂŒrzburg zusammen. Beschlossen wurden Stellungnahmen zur
RegelungsbedĂŒrftigkeit der gerichtsinternen Mediation (auf Anfrage der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag), gegen die zwangsweise
Abordnung von Richterinnen und Richtern (Gesetzesantrag des Landes Sachsen-Anhalt), gegen eine Neufassung von § 67 VwGO (im Rahmen der VerbĂ€ndeanhörung zum Entwurf eines Rechtsberatungsgesetzes) und gegen die Verlagerung der ZustĂ€ndigkeiten fĂŒr Richterstatusrecht und -alimentationsrecht vom Bund auf die LĂ€nder (aus Anlass entsprechender Bestrebungen in der Föderalismusreform). Ein Schwerpunkt war die Detailplanung des Programms des 15. Deutschen Verwaltungsrichtertags 2007 unter Mitwirkung von Herrn Lenhart vom Ortsausschuss Weimar.
Sitzung am 16./17. 01. 2006
Am 16. und 17. Januar 2006 traten die VorstÀnde des BDVR und des Deutschen Verwaltungsgerichtstag e.V. in Hamburg zusammen. Die Beratungen begannen mit einer Bilanz, die Dr. Heydemann nach seinem
ersten Jahr als Vorsitzender zog, und gemeinsamen Ăberlegungen, wie der Einfluss und die Wirkung des Verbands gesteigert werden könne. Zur Sprache kamen vor allem die Art und Weise der verbandlichen
Stellungnahmen, die Kontaktpflege zu EntscheidungstrÀgern in der Politik wie auch zur Presse und das VerhÀltnis zu den MitgliedsverbÀnden. Ein zweiter Schwerpunkt war die Planung des Programms des
Verwaltungsrichtertages in Weimar 2007, die in den nĂ€chsten Monaten prĂ€zisiert werden muss. Dabei konnte der Vorstand auf Anregungen aus ThĂŒringen, Bayern und Bremen und Rheinland-Pfalz zurĂŒckgreifen. In der
Grundstruktur will der Vorstand an dem bewĂ€hrten Programmschema festhalten: Nach dem Eröffnungsvortrag folgen an drei Halbtagen jeweils vier parallele Arbeitskreise (eventuell mit zwei Referenten), abschlieĂend
wird es eine Podiumsdiskussion geben. Wie schon auf dem Verwaltungsrichtertag in Bremen 2004 soll es Arbeitskreise mit vier verschiedenen Ausrichtungen geben, die allen Teilnehmern einen individuellen Zuschnitt
âihresâ Verwaltungsrichtertags erlauben: Sie könnten sich nach ihrem Belieben ausschlieĂlich rechtspolitischen Themen widmen oder nur ihrem Interesse am allgemeinen Verwaltungsrecht (einschlieĂlich der
Grundlagen des Rechts) frönen; auch aktuelle Fragestellungen des besonderen Verwaltungsrechts sollen wie stets nicht zu kurz kommen, und schlieĂlich werden erneut Aspekte der richterlichen Arbeit behandelt.
Nebenbei prÀsentierte der Vorsitzende dem Vorstand die Einzelheiten der Fortbildungsveranstaltung am 11. und 12. Mai 2006 in Hamburg .
Dr. Heydemann besuchte am 10. Januar 2006 den seit Jahren stattfindenden Empfang des Deutschen Anwaltsvereins und am 18. Januar 2006 den erstmals durchgefĂŒhrten ârechtspolitischen Neujahrsempfangâ der
Bundesjustizministerin. Brigitte Zypries wie auch der Gastredner Martin Klingst (ZEIT) referierten zu den Herausforderungen der Rechtspolitik, die vornehmlich auf dem Gebiet der Abwehr terroristischer Gefahren
gesehen wurden. Beide plĂ€dierten fĂŒr mehr Gelassenheit aller in der Rechtspolitik und in der Justiz Verantwortlichen. Das Projekt einer GroĂen Justizreform kam nur beilĂ€ufig zur Sprache, das öffentliche Recht
(jenseits des Terrorismusproblems) und die Verwaltungsgerichtsbarkeit mit keinem Wort. Auf beiden EmpfĂ€ngen ergaben sich fĂŒr den BDVR neue Kontakte mit Journalisten und anderen.
Sitzung am 10. - 12. 10. 2005
Nach der Vorstandssitzung in DĂŒsseldorf am 6. und 7. Juli 2005 brachten der Sommer im Allgemeinen und die Wahlkampfzeit im Besonderen Ruhe in die VerbandsgeschĂ€fte. Die JubilĂ€umsfeier der Vereinigung
hessischer Verwaltungsrichterinnen und Verwaltungsrichter am 2. September 2005 nahm der Vorsitzende des BDVR, Dr. Heydemann, zum Anlass, in seiner Ansprache u.a. die Verdienste Hessens um das BDVR-Rundschreiben
zu wĂŒrdigen. Anfang Oktober 2005 nahm in Stuttgart der Lenkungsausschuss der Pebbsy-Fach-Untersuchung das Schlussgutachten entgegen (Pebbsy-Beauftragter des BDVR: Herr Lieberoth-Leden). Die VorstĂ€nde des BDVR
und des Deutschen Verwaltungsgerichtstag e.V. traten am 10 und 11. Oktober 2005 in Mannheim zusammen. Der Vorsitzende stellte die zusammen mit Professor Dr. Ramsauer fĂŒr Mai 2006 in Hamburg geplante
zweitĂ€gige Veranstaltung âDie Rolle der Verwaltungsrichterâ vor. Die langjĂ€hrige Pressesprecherin des Verbandes, Dr. Freimund-Holler (PrĂ€sidentin des Verwaltungsgerichts Mainz), wurde mit Dank fĂŒr das von
ihr Geleistete verabschiedet. Der Vorstand bereitete - neben weiteren Tagesordnungspunkten - die regulÀre Mitgliederversammlung vor. Sie begann am 11. Oktober 2005 in ihrem öffentlichen Teil mit einem
Vortrag des gastgebenden PrĂ€sidenten Dr. WeingĂ€rtner (Verwaltungsgerichtshof Baden-WĂŒrttemberg) zu dem Dokument âStandards verwaltungsrichterlicher Arbeitâ. Dr. WeingĂ€rtner legte dar, dass auf
der ChefprĂ€sidentenkonferenz vom 7. Oktober 2005 in Bremen dieses Thema nicht abschlieĂend behandelt worden sei, vielmehr weitere Ergebnisse der Arbeitsgruppen in den LĂ€ndern abgewartet und im nĂ€chsten FrĂŒhjahr
behandelt werden sollten. Die besser als Thesen zu bezeichnenden âStandardsâ seien ein AnstoĂ zur Diskussion der notwendigen und weiterhin wichtigen Binnenmodernisierung. Er bedauerte, dass einige an der
vermeintlichen Verbindlichkeit der Thesen AnstoĂ genommen hĂ€tten, was so nicht beabsichtigt gewesen sei. Dr. Heydemann fasste anschlieĂend die Ergebnisse aus der Fragebogenaktion zusammen, an der sich alle
MitgliedsverbĂ€nde auĂer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und der Verein der Bundesrichter beim BVerwG beteiligt hĂ€tten. Das sich aus der Aktion ergebende ambivalente Meinungsbild spiegelte sich auch in der
anschlieĂenden Diskussion auf der Mitgliederversammlung, wenngleich es Dr. WeingĂ€rtner und der PrĂ€sident des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes HĂŒffer verstanden, die Sorgen vor einer den Verwaltungsrichtern
auferlegten Verhaltensdirektive zu zerstreuen. Die Erörterungen mĂŒndeten in eine QualitĂ€tsdebatte. Am folgenden Tag wandte sich die Mitgliederversammlung des BDVR dem Projekt âGroĂe Justizreformâ der
Landesjustizminister zu. Die im Mai 2005 verbreitete Verbandsstellungnahme zum Thema vom Mai 2005 wurde einhellig begrĂŒĂt. Die Versammlung nahm erfreut zur Kenntnis, dass die dort erstmals laut gewordene Forderung
nach einer systemgerechten ZustĂ€ndigkeitsregelung genuin verwaltungsrechtlicher Materien (Amtshaftungsrecht u.a.) sich in den Dortmunder BeschlĂŒssen der Justizminister vom 29. und 30. Juni 2005 wiederfindet. Mit
EinwĂ€nden wurde hingegen der Plan bedacht, nach dem Muster der Zivilkammern im Landgericht den originĂ€ren Einzelrichter im Verwaltungsgericht einzufĂŒhren mit der ihm eingerĂ€umten Möglichkeit, gewisse
Streitsachen auf die Kammer zu ĂŒbertragen. Geteilter Meinung war die Runde in der Frage, ob ehrenamtliche Richter beibehalten werden sollten. Der Vorsitzende besuchte am 12. Oktober 2005 in Mainz die
Mitgliederversammlung des rheinland-pfĂ€lzischen Verbandes und berichtete von den Mannheimer Diskussionen. Am 7. November 2005 nahm er an der jĂ€hrlichen Mitgliederversammlung der Stiftung fĂŒr internationale
rechtliche Zusammenarbeit - IRZ - in Berlin teil. Die Anfang der 90er Jahre gegrĂŒndete Stiftung wird entgegen den damaligen Erwartungen kaum von der Wirtschaft und den VerbĂ€nden der juristischen Berufe finanziert,
die allerdings neben einzelnen natĂŒrlichen Personen bis heute Mitglieder sind, sondern vornehmlich vom Bundesjustizministerium. Sie widmet sich im Wesentlichen der Implementierung mitteleuropĂ€ischen und mehr noch
deutschen Rechtsdenkens in Osteuropa. Der stellvertretende Vorsitzende Sonnemann nahm am 17. November 2005 den Platz des BDVR in dem beim Bundesinnenministerium tagenden Beirat âVersorgungsrĂŒcklageâ ein (mit
dem entsprechenden Bundesgesetz findet sich der BDVR â einzigartig â im Bundesgesetzblatt wieder).
Sitzung am 6. / 7. 7. 2005
Der Vorsitzende des BDVR, Dr. Heydemann, nahm vom 27. bis zum 29. Mai 2005 an der Mitgliederversammlung der EuropÀischen Verwaltungsrichtervereinigung (VEV) in Lund (Schweden) teil. Das PrÀsidium der VEV
setzt sich derzeit zusammen aus dem PrĂ€sidenten Vincent aus Frankreich sowie der VizeprĂ€sidentin Tzovaridou-Skouloudi (Griechenland), den VizeprĂ€sidenten Mariuzzo (Italien), Zens (Ăsterreich) und dem
Schatzmeister Höhne (VG MĂŒnster). Zur Versammlung kamen drei Delegierte aus Ăsterreich, eine Richterin aus Finnland, ein Luxemburger, acht Schweden und Herr Becker (MĂŒnster) als Vorsitzender der Vereinigung
deutscher, italienischer und französischer Verwaltungsrichter. In seinem Rechenschaftsbericht schilderte Herr Vincent die Schwierigkeiten im Kontakt mit der EuropĂ€ischen Kommission in BrĂŒssel, die eine offizielle
Lobbyarbeit grundsĂ€tzlich ablehne, wĂ€hrend die Verbindungen zum Europarat in StraĂburg rege und fruchtbringend seien. Immerhin bemĂŒhe sich die VEV nicht ohne Erfolgsaussicht um ein EU-unterstĂŒtztes
Austauschprogramm fĂŒr Verwaltungsrichter. Ein Erfahrungsaustausch habe im Jahr 2004 in der EuropĂ€ischen Rechtsakademie in Trier, dem Sitz der VEV, stattgefunden. Die Treffen junger Verwaltungsrichter bei Nizza
sollten fortgefĂŒhrt werden. Ein Schwerpunkt der PrĂ€sidiumsarbeit sei die Erweiterung der VEV um Mitglieder auĂerhalb der EuropĂ€ischen Union. Zu deren Erleichterung Ă€nderte die Versammlung die Satzung. Der
Schatzmeister stellte fĂŒr das Jahr 2004 Einnahmen der VEV in Höhe von 9.480,- Euro Ausgaben ĂŒber 15.846,73 Euro gegenĂŒber.
Die VorstĂ€nde des BDVR und des Deutschen Verwaltungsgerichtstag e.V. tagten am 6. und 7. Juli 2005 in DĂŒsseldorf, wie geplant kurz nach der Justizministerkonferenz in Dortmund Ende Juni, auf der
die Ergebnisse zur âGroĂen Justizreformâ prĂ€sentiert wurden. Diese standen auf der Tagesordnung des BDVR wie auch die von den PrĂ€sidenten des BVerwG und der Oberverwaltungsgerichte / Verwaltungsgerichtshöfe
angestoĂene Debatte ĂŒber die Binnenmodernisierung. Nach dem Beschluss des Vorstands sollen beide GegenstĂ€nde auf der ordentlichen Mitgliederversammlung des BDVR im Oktober 2005 in Mannheim behandelt werden. Der
frĂŒhere BDVR-VorsitÂzende Lieberoth-Leden (MĂŒnster) berichtete dem Vorstand von den letzten Arbeiten an der Studie âPebbsy-Fachâ, die er im Auftrag des Vorstands in diesem Jahr weiter im Lenkungsausschuss
begleitete. Herr Lenhart (Weimar) erlĂ€uterte die fĂŒr den Verwaltungsrichtertag 2007 vom Ortsausschuss gefĂŒhrten Vertragsverhandlungen mit einer in der Kongressorganisation erfahrenen Gesellschaft. Vorstand und
Ortsausschuss sprachen sich nach ausgiebiger PrĂŒfung fĂŒr eines von mehreren Vertragsmodellen aus, das auf die Minimierung des Kostenrisikos angelegt ist. Der Vertragsschluss steht bevor. FĂŒr den
Verwaltungsrichtertag 2010 bereitet der Ortsausschuss Freiburg (Breisgau) gefĂŒhrt vom PrĂ€sidenten Michaelis einen Vorvertrag zur Hallenmiete vor. Auf der Vorstandssitzung wurde fĂŒr das nĂ€chste FrĂŒhjahr eine
rechtspolitische Tagung nach dem Vorbild der Fortbildungsveranstaltung in Berlin mit dem Thema âVerwaltungsgerichtsbarkeit im Wettbewerbâ beschlossen. Zu den weiteren Tagesordnungspunkten gehörten u.a.
Personalfragen.
Sitzung am 11. / 12. 4. 2005
Der Vorsitzende des BDVR, Dr. Heydemann, und das Vorstandsmitglied Dr. Mallmann fĂŒhrten im Februar und MĂ€rz 2005 im Bundesjustizministerium eine Reihe von GesprĂ€chen mit der Ministerin, Frau Zypries,
dem Parlamentarischen StaatssekretĂ€r Hartenbach, dem StaatssekretĂ€r Prof. Dr. Geiger sowie mit Abteilungs- und Referatsleitern. Themen waren unter anderem die von den Landesjustizministern und âsenatoren im
November 2004 in Berlin initiierte âGroĂe Justizreformâ, die Zusammenlegung von Rechtswegen und die Besoldung von Richtern. Am 4. MĂ€rz 2005 wirkte Dr. Heydemann auf einer Veranstaltung der
Arbeitsgemeinschaft Liberaler Juristen in Frankfurt (Main) auf dem Podium mit an der Diskussion der Frage, ob sich die Zusammenlegung von Gerichtsbarkeiten empfehle. Er begleitete am 8. MÀrz 2005 den PrÀsidenten
des ThĂŒringer Oberverwaltungsgerichts, Dr. Schwan, und den weiteren Leiter des Weimarer Ortsausschusses, Herrn Lenhart, zum ThĂŒringer Justizminister Schliemann nach Erfurt, um die ideelle und finanzielle
UnterstĂŒtzung des Freistaats fĂŒr den Verwaltungsrichtertag Weimar 2007 zu erbitten. Frau Krieger, Mitglied des BDVR-Vorstands, vertrat im MĂ€rz 2005 auf der Programmkonferenz der Richterakademie in Wustrau die
Belange der Verwaltungsrichter. Die VorstÀnde des BDVR und des Deutschen Verwaltungsgerichtstag e.V. tagten am 11. und 12. April 2005 in Weimar. Gegenstand der Beratungen war vor allem die von den
JustizstaatssekretĂ€ren im MĂ€rz 2005 in Schwerin weiter prĂ€zisierte âGroĂe Justizreformâ(Stellungnahme
hier). Der Vorstand diskutierte u.a. auch den Beschluss der PrĂ€sidenten des Bundesverwaltungsgerichts und der Oberverwaltungsgerichte / Verwaltungsgerichtshöfe zu den âStandards
verwaltungsrechtlicher Arbeitâ (Stellungnahme hier). Zusammen mit dem Ortsausschuss
Weimar besprach der Vorstand Fragen des Verwaltungsrichtertages 2007 und besichtigte den Tagungsort, die Weimarhalle. Dr. Heydemann hielt auf einer rechtspolitischen Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft
sozialdemokratischer Juristen in Hamburg am 9. April 2005 einen Vortrag gegen die als Thema gestellte, landlĂ€ufige These, dass Behörden und Verwaltungsgerichte âBremsklötze des Fortschrittsâ seien. Der
Deutsche Verwaltungsgerichtstag e.V. fĂŒhrte, vom Vorsitzenden organisiert, am 21. und 22. April 2005 eine Veranstaltung in Berlin ĂŒber die âVerwaltungsgerichtsbarkeit im Wettbewerbâ durch. Dr.
Heydemann fĂŒhrte im April und Mai 2005 GesprĂ€che im Bundestag mit dem Vorsitzenden des Rechtsausschusses, MdB Andreas Schmidt (CDU), sowie mit den Abgeordneten Dr. Gehb (CDU), Herrn StĂŒnker (SPD) und Herrn Funke
(FDP), den rechtspolitischen Sprechern ihrer Fraktionen. Diese hielten die Ablehnung der âGroĂen Justizreformâ durch den Bundestag fĂŒr wahrscheinlich und sprachen sich gegen die ZusamÂmenlegung von
Gerichtsbarkeiten mittels LĂ€nderöffnungsklauseln aus. Das GesprĂ€ch mit dem innenpolitischen Sprecher der CDU, Herrn Koschyk, behandelte Fragen des AuslĂ€nder- und Versammlungsrechts. Dr. Heydemann fĂŒhrte
GesprĂ€che mit Vertretern des Deutschen Richterbundes, mit dem der BDVR eine gemeinsame PresseerklĂ€rung gegen leistungsbezogene BesoldungszuschlĂ€ge bei Richtern herausgab, und nahm an einem BeteiligungsgesprĂ€ch der SpitzenverbĂ€nde mit dem Bundesinnenminister im Mai 2005 zur geplanten Besoldungsreform teil. Er begegnete im Rahmen einer von der Konrad-Adenauer-Stiftung unter Mithilfe des Verbandes der Bayerischen Verwaltungsrichter organisierten Reise tĂŒrkischen Verwaltungsrichtern.
Sitzung am 31.1. / 1. 2. 2005
Die neugewÀhlten VorstÀnde des BDVR und des eingetragenen Vereins Deutscher Verwaltungsgerichtstag traten am 31. Januar und 1. Februar 2005 zu ihren konstituierenden Sitzungen in Freiburg im Breisgau
zusammen. Der scheidende Vorsitzende Hans-Jörg Lieberoth-Leden zog ein ResĂŒmee aus seiner mehrjĂ€hrigen TĂ€tigkeit, bekannte sich zu seiner Reformorientierung in der Rechtspolitik und gab den Vorstandsmitgliedern
RatschlÀge und Empfehlungen mit auf den Weg.
Der neue Vorsitzende Dr. Christoph Heydemann dankte seinem VorgĂ€nger fĂŒr die erfolgreiche und aufopferungsvolle TĂ€tigkeit und ĂŒberreichte ihm, in Kenntnis seiner Vorlieben fĂŒr die LektĂŒre von Biographien und
fĂŒr Reisen nach Frankreich, als Geschenk das zweibĂ€ndige Werk ĂŒber die Jugend und die Vollendung des Königs Henri Quatre aus der Feder Heinrich Manns.
Im Folgenden erwog der Vorstand eine Neuordnung der internen Aufgabenverteilung und legte einzelne WahrnehmungszustĂ€ndigkeiten fest. Die anschlieĂende Planung fĂŒr das Jahr 2005 war vornehmlich von der âGroĂen
Justizreformâ bestimmt, die auf der Justizministerkonferenz am 29. und 30. Juni 2005 beschlossen werden soll. Der Vorstand wird das Thema in den Mittelpunkt seiner nĂ€chsten Sitzung am 11. und 12. April
2005 in Weimar rĂŒcken.
Der Vorsitzende legte dar, mit welchen Persönlichkeiten aus dem politischen und ministeriellen Raum er erste Kontakte geknĂŒpft habe oder noch knĂŒpfen wolle. Der Vorstand erörterte Möglichkeiten einer
Intensivierung der Zusammenarbeit mit den dem BDVR angehörenden Verwaltungsrichtervereinen und diskutierte ĂŒber die Beziehungen zu anderen Vereinigungen, insbesondere zu weiteren RichterverbĂ€nden.
Nach Besprechung weiterer Tagesordnungspunkte informierte der Vorsitzende ĂŒber den Stand der Vorbereitungen fĂŒr die Fortbildungsveranstaltung am 21. und 22. April 2005. Eingerahmt war die Vorstandssitzung
von Begegnungen mit dem gastgebenden PrĂ€sidenten des VG Freiburg, Herrn Michaelis nebst dem Sprengelvorsitzenden, Herrn Haller, und weiteren Freiburger Kolleginnen und Kollegen. Das âKonzerthausâ, ein neuer
Mehrzweckbau, wurde besichtigt und einhellig als ansprechend wie auch geeignet befunden, Ort des Verwaltungsrichtertages 2010 zu sein. Der Vorstand besprach mit dem Freiburger âOrtsausschuss in GrĂŒndungâ das
weitere Vorgehen; zunĂ€chst seien in Verhandlungen gĂŒnstige Hallenmietkonditionen zu erzielen.
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